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Investitionsabzugsbetrag 2023 für Photovoltaik – was Sie jetzt beachten sollten.

  • Autorenbild: Jan Niklas Steg
    Jan Niklas Steg
  • 9. Apr. 2025
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. März

Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) ist ein steuerliches Instrument gemäß § 7g EstG, welches es ermöglicht, geplante Investitionen steuerlich vorzuziehen. Unternehmer können durch die Bildung eines IAB ihre Steuerlast deutlich reduzieren und damit frühzeitig Liquidität schaffen. Wer den IAB im Zusammenhang mit einer geplanten Photovoltaikanlage in Anspruch nehmen möchte, sollte insbesondere die zeitliche Planung der Investition sowie die steuerlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen.





Inhaltsverzeichnis



Bis wann muss der IAB 2023 PV investiert sein?


Für den im Jahr 2023 gebildeten Investitionsabzugsbetrag muss bis spätestens zum 31.12.2026 die Anschaffung Ihrer Photovoltaikanlage realisiert worden sein. Da die Auswahl eines geeigneten Projekts, die wirtschaftliche Prüfung sowie gegebenenfalls die Finanzierung Zeit in Anspruch nehmen, sollte die zeitliche Planung der Investition frühzeitig erfolgen. In der Praxis können zwischen erster Prüfung und Vertragsabschluss mehrere Monate liegen. Erfolgt die Investition nicht innerhalb dieser Frist, wird der IAB rückwirkend gewinnerhöhend korrigiert, was zu entsprechenden Steuernachzahlungen führen kann.


Es ist dabei nicht nur wichtig, frühzeitig geeignete Investitionsobjekte zu finden, sondern auch rechtzeitig das entsprechende Gewerbe anzumelden und dies beim Finanzamt zu dokumentieren. Diese Schritte sollten in die Gesamtplanung einbezogen werden, um eine ordnungsgemäße Umsetzung des IAB sicherzustellen.



IAB 2023 Änderungen speziell für Photovoltaikanlagen


Im Dezember 2022 hat der Gesetzgeber entscheidende Änderungen bezüglich der steuerlichen Behandlung der Anschaffungskosten von Photovoltaikanlagen beschlossen. Diese Regelungen gelten rückwirkend ab dem 1. Januar 2022. Seitdem sind PV-Anlagen bis zu einer Leistung von 30 kWp für Privatanlagen steuerfrei. Diese attraktive Steuerfreiheit bedeutet allerdings auch, dass für privat betriebene Anlagen unter 30 kWp kein Investitionsabzugsbetrag mehr gebildet werden darf.


Unternehmer, Selbstständige, Spitzensteuerzahler sowie Privatpersonen mit entsprechendem Einkommen können jedoch den Investitionsabzugsbetrag aus dem Jahr 2023 weiterhin für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage nutzen, um ihre Steuerlast gezielt zu senken. Gerade Anlagen, die ohnehin über die Grenze von 30 kWp hinausgehen, kommen für die Nutzung des Investitionsabzugsbetrags uneingeschränkt infrage.



Übersicht sonstiger IAB-Fristen der nächsten Jahre


  • IAB 2023: Investition spätestens bis 31.12.2026

  • IAB 2024: Investition spätestens bis 31.12.2027

  • IAB 2025: Investition spätestens bis 31.12.2028

  • IAB 2026: Investition spätestens bis 31.12.2029


Beachten Sie diese Fristen genau, um finanzielle Nachteile durch die Rückgängigmachung des Investitionsabzugsbetrags zu vermeiden.

Wir haben die passenden PV-Investments für Ihren IAB

Gesellschafter von Sunpeak Capital, links stehend Jan Niklas Steg und rechts sitzend Konstantin Küstermann
Sunpeak Capital ist auf die Vermarktung von IAB-optimierten PV-Anlagen spezialisiert. Gerne helfen wir Ihnen dabei, in eine passende Solaranlage für ihren 2023er IAB zu investieren.

Investitions-Flexibilität für Ihren IAB 2023


In der Vergangenheit musste man dem Finanzamt bereits bei der Bildung des Investitionsabzugsbetrags nachweisen, dass man sich im selben Steuerjahr konkret mit der geplanten Anschaffung einer Solaranlage beschäftigt hat. Aufgrund eines Schreibens des Bundesfinanzministeriums (BMF) an die Finanzämter entfällt seit einiger Zeit diese Nachweispflicht.


Das bedeutet für Sie: Selbst wenn Sie ursprünglich nicht geplant hatten, in eine Photovoltaikanlage zu investieren, können Sie trotzdem noch Ihren bereits gebildeten Investitionsabzugsbetrag aus dem Jahr 2023 für eine PV-Anlage einsetzen.


Gut zu wissen: Immer wieder fordern, mit IABs unerfahrene Steuerberater, oder das Finanzamt einen Nachweis für die Planung des IABs. Dies widerspricht ganz konkret der Weisung des Bundesministeriums der Finanzen, wie die folgende Textstelle aufzeigt. Wir empfehlen bei solchen Anfragen auf den folgenden Paragraphen des BMF Schreiben vom 15.06.2022, Textstelle 17, hinzuweisen “Investitionsabzugsbeträge können ohne weitere Angaben entweder im Rahmen der Steuererklärung oder - bei Vorliegen der verfahrensrechtlichen Voraussetzungen - nach der erstmaligen Steuerfestsetzung bzw. gesonderten Feststellung (z. B. im Rechtsbehelfsverfahren oder durch Änderungsantrag nach § 172 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a AO) geltend gemacht werden. Das gilt auch bei noch nicht abgeschlossenen Betriebseröffnungen (Randnummern 2 und 3). Der Nachweis oder die Glaubhaftmachung von Investitionsabsichten ist nicht erforderlich.” Dies führt meist zu einem schnellen Einlenken der Behörde und des Steuerberaters.


Was passiert, wenn Sie den IAB nicht einlösen?


Wenn Sie den IAB nicht fristgerecht investieren, muss dieser rückgängig gemacht werden. Die Folge: Bereits erhaltene Steuererstattungen sind inklusive Strafzinsen zurückzuzahlen. Diese Verzinsung beginnt in der Regel 15 Monate nach Ablauf des Jahres, in dem der IAB gebildet wurde.


Die aktuellen Zinssätze liegen bei 0,15 % pro Monat, also 1,8 % pro Jahr (Stand 2026).

Der zunächst erzielte Liquiditätsvorteil wird so zu einem deutlichen finanziellen Nachteil, wenn Sie die Fristen nicht einhalten und die geplante Anschaffung einer Photovoltaikanlage nicht umsetzen.


Dies wird umso gravierender insbesondere dann, wenn Sie die Liquidität für die drohende Steuernachzahlung nicht parat haben. Neben den finanziellen Folgen führt eine versäumte Investition oft dazu, dass das Finanzamt zukünftige IAB-Bildungen kritischer hinterfragt oder gar ablehnt.


Rechenbeispiel zur Nichterfüllung des IAB

Angenommen, Sie erzielen ein Jahreseinkommen von 175.000 EUR. Sie bilden einen IAB in Höhe von 50 % auf eine geplante Investition von 200.000 EUR, also 100.000 EUR. Bei einem angenommenen Spitzensteuersatz von 42 % wirkt sich der Investitionsabzugsbetrag somit zunächst um 42.000 EUR steuermindernd auf Ihre Steuerlast aus.


Falls Sie nun nicht innerhalb von 3 Jahren investieren, müssen diese 42.000 EUR zurückgezahlt werden. Geld, das Sie mit etwas Planung im Voraus stattdessen in Ihren Vermögensaufbau hätten investieren können.


Eine Aufstellung der Steuerersparnisse durch einen IAB und die Kosten wenn dieser nicht genutzt wird.
Auswirkungen eines nicht eingelösten IABs von 2023

Zusätzlich fallen ab dem 15. Monat nach IAB Bildung 1,8% Strafzinsen pro Jahr an. Dies erhöht den zu erstattenden Betrag bei nicht fristgerechter Nutzung des IABs um weitere 1.343 EUR auf 43.343 EUR.


Umso gravierender wird die Nachzahlung, wenn Sie die Liquidität für die drohende Steuernachzahlung nicht parat haben. Neben den finanziellen Folgen führt eine versäumte Investition oft dazu, dass das Finanzamt zukünftige IAB-Bildungen kritischer hinterfragt oder gar ablehnt.



Steuerberater zur sicheren Auflösung des IAB 2023 Photovoltaik hinzuziehen

Die steuerliche Behandlung des Investitionsabzugsbetrags ist komplex und erfordert detailliertes Fachwissen. Deshalb empfehlen wir Ihnen dringend, einen spezialisierten Steuerberater hinzuzuziehen. Dieser kann Sie umfassend beraten, insbesondere darüber, ob und wann es sich lohnt, die Sonderabschreibung (Sonder-AfA) zusätzlich zum IAB zu nutzen.


Die Sonder-AfA in Höhe von 40 % kann innerhalb der ersten fünf Jahre nach Inbetriebnahme der Anlage in Anspruch genommen werden und bringt einen zusätzlichen steuerlichen Vorteil sowie eine spürbare Entlastung Ihrer Liquidität in den ersten Jahren nach der Inbetriebnahme. 

Gerade jetzt, wo die zeitlichen Spielräume eng werden, ist es essenziell, Ihre steuerliche Strategie professionell zu planen und umzusetzen, um Ihre Einkommensteuer zu senken. Falls Sie bisher keinen geeigneten Steuerberater haben, unterstützen wir Sie gern mit Empfehlungen.



Unterstützung bei der Umsetzung eines IAB in Photovoltaikprojekten


Die Umsetzung eines Investitionsabzugsbetrags im Zusammenhang mit einer Photovoltaikanlage erfordert die Prüfung wirtschaftlicher, steuerlicher und vertraglicher Aspekte. Neben der Projektqualität spielen insbesondere die Struktur des Betriebs, die Vertragsgestaltung sowie die zeitliche Planung eine Rolle.


Spezialisierte Anbieter, wie Sunpeak Capital, können bei der Analyse von Wirtschaftlichkeitsmodellen, der Prüfung von Projektunterlagen sowie bei der Abstimmung mit Steuerberatern unterstützen. Maßgeblich bleibt jedoch stets die individuelle steuerliche Situation des Investors.


Auch bei der Finanzierung sollten Konditionen, Laufzeiten und Sicherheiten transparent dargestellt werden. Eine sorgfältige Planung erhöht die Wahrscheinlichkeit einer ordnungsgemäßen Umsetzung innerhalb der gesetzlichen Fristen.


Fazit: Jetzt handeln, um den Investitionsabzugsbetrag 2023 für Photovoltaik optimal zu nutzen


Wenn Sie den Investitionsabzugsbetrag 2023 für Photovoltaikanlagen noch nutzen möchten, sollten Sie rasch handeln und gezielt planen. Gemeinsam mit uns und einem spezialisierten Steuerberater können Sie rechtzeitig investieren und langfristig vom strategischen Vermögensaufbau profitieren.

Sunpeak Capital ist Ihr Partner für IAB optimierte PV-Investments.


In einem ausführlichen Beratungsgespräch gehen wir alle Details gemeinsam mit Ihnen durch, damit Sie eine informierte und bedachte Entscheidung treffen können.

Gesellschafter von Sunpeak Capital, links stehend Jan Niklas Steg und rechts sitzend Konstantin Küstermann
Jan Niklas Steg & Konstantin Küstermann - Geschäftsführer von Sunpeak Capital

FAQ


Was ist der Investitionsabzugsbetrag und wie funktioniert er bei Photovoltaik?

Der Investitionsabzugsbetrag ist ein steuerliches Instrument nach § 7g EStG, mit dem geplante Investitionen vorgezogen steuerlich berücksichtigt werden können. Durch die Bildung eines IAB wird der zu versteuernde Gewinn im Jahr der Bildung gesenkt. Bei Photovoltaik ermöglicht der IAB, bereits vor der Anschaffung der Anlage Steuern zu sparen und Liquidität aufzubauen.

Bis wann muss der IAB aus dem Jahr 2023 in eine Photovoltaikanlage investiert werden?

Ein im Jahr 2023 gebildeter IAB muss spätestens bis zum 31.12.2026 durch eine begünstigte Investition aufgelöst werden. Bis zu diesem Zeitpunkt muss die Anschaffung der Photovoltaikanlage erfolgt sein. Eine frühzeitige Planung ist wichtig, da Projektumsetzung und formale Schritte Zeit benötigen.

Welche Änderungen gelten für den IAB bei Photovoltaikanlagen?

Seit einer gesetzlichen Änderung sind Photovoltaikanlagen bis 30 kWp für private Betreiber steuerfrei. Für solche Anlagen kann kein neuer IAB mehr gebildet werden. Bereits bestehende IAB aus dem Jahr 2023 können jedoch weiterhin für Photovoltaikanlagen genutzt werden, insbesondere bei größeren Anlagen oder unternehmerischer Nutzung.

Was passiert, wenn der IAB nicht fristgerecht investiert wird?

Wird der IAB nicht innerhalb der vorgesehenen Frist investiert, muss er rückwirkend aufgelöst werden. Das Finanzamt ändert den Steuerbescheid des Jahres der IAB Bildung und fordert die Steuerersparnis zurück. Zusätzlich fallen Zinsen an, wodurch der ursprüngliche Liquiditätsvorteil verloren geht.

Muss bei der Bildung des IAB bereits eine konkrete Investition nachgewiesen werden?

Ein konkreter Nachweis einer geplanten Photovoltaikinvestition ist bei der Bildung des IAB nicht erforderlich. Auch wenn ursprünglich keine Investition geplant war, kann ein bestehender IAB aus 2023 später für eine PV Anlage genutzt werden. Diese Flexibilität ergibt sich aus den aktuellen Vorgaben des Bundesfinanzministeriums.



Über den Autor


Portrait des Autors Jan Niklas Steg

Jan Niklas Steg ist Geschäftsführer von Sunpeak Capital in Berlin. Das Unternehmen strukturiert IAB-Investments für Privatpersonen im Bereich Photovoltaik und Batteriespeicher und begleitet deren Umsetzung ganzheitlich. Seine Expertise in den Erneuerbaren Energien baute er während seines MBA-Studiums an der WHU auf, unter anderem bei einem US-amerikanischen Investmentfonds für Renewable-Energy-Projekte. Anschließend verantwortete er als erster Mitarbeiter eines schwedischen PV-Finanzierers den Aufbau des deutschen Marktes. Bei Sunpeak Capital kümmert er sich um die strategische Ausrichtung des Unternehmens, die Strukturierung neuer Investmentprodukte sowie die Begleitung von Investoren bei der Auflösung ihres IABs.


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