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Großspeicher (BESS) als Kapitalanlage: Rendite und Risiko

  • Autorenbild: Jan Niklas Steg
    Jan Niklas Steg
  • vor 2 Stunden
  • 12 Min. Lesezeit

Wie Investoren mit Standalone-Batteriespeichern von der Volatilität am Strommarkt profitieren und ihr Portfolio diversifizieren.


Großbatteriespeicher aus blauen Container-Modulen auf betonierter Fläche in ländlicher Umgebung, im Hintergrund Felder und Stromtrassen bei warmem Abendlicht.

Durch den massiven Ausbau erneuerbarer Energien und den Rückgang konventioneller Kraftwerke entkoppeln sich Stromproduktion und Stromverbrauch zunehmend. Diese Entwicklung führt zu einer historisch hohen Volatilität an den Strombörsen. Für Investoren eröffnet diese Marktdynamik eine hochattraktive Anlageklasse: Standalone-Batteriespeicher, auch als Graustromspeicher oder BESS (Battery Energy Storage System) bezeichnet. Anders als bei klassischen Photovoltaik-Direktinvestments, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nach unten abgesichert sind, agieren Großspeicher frei am Markt. Sie kaufen Strom günstig ein, verkaufen ihn bei hohen Preisen und stabilisieren das Stromnetz. In diesem Ratgeber analysieren wir die Erlösquellen, die Risiken und die steuerliche Strukturierung eines BESS-Investments.


Ein Investment in einen Großspeicher (BESS) erwirtschaftet Erlöse primär durch Arbitragehandel und die Bereitstellung von Regelenergie. Bei konservativer Kalkulation sind Renditen von 10 bis 15 Prozent pro Jahr realistisch. Da diese Anlageklasse nicht durch Subventionen, wie die gesicherte Einspeisevergütung bei Photovoltaikanlagen, abgesichert ist, richtet sie sich vor allem an risikotolerante Investoren, die ihr bestehendes Erneuerbare-Energien-Portfolio gezielt diversifizieren möchten.



Inhaltsverzeichnis




Das Wichtigste zuerst:


  • BESS-Investments erzielen Erlöse durch eine Multi-Market-Strategie (Arbitrage, FCR, aFRR, Redispatch).

  • Die konservativ berechnete Rendite liegt bei 10 bis 15 Prozent pro Jahr.

  • Eine Performance-Garantie schützt vor den finanziellen Folgen der jährlichen Degradation von rund 2 Prozent.

  • Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) ist anwendbar, erfordert jedoch eine präzise steuerliche Strukturierung.

  • Großspeicher eignen sich ideal zur Diversifikation eines bestehenden PV-Portfolios für risikotolerante Investoren.



Was ist ein BESS-Investment?


Ein BESS (Battery Energy Storage System) ist ein industrieller Großbatteriespeicher. Während herkömmliche Heimspeicher nur wenige Kilowattstunden fassen, bewegen sich Großspeicherprojekte typischerweise in einer Größenordnung von 1 bis 30 Megawatt (MW). In der Praxis sehen wir, dass der "Sweet Spot" für die Projektentwicklung aktuell zwischen 5 und 15 MW liegt. Anlagen mit über 100 MW stellen auf dem deutschen Markt noch eine absolute Seltenheit dar.


Technologisch dominiert in diesem Segment die Lithium-Ionen-Technologie, insbesondere Lithium-Eisenphosphat (LFP), da diese Zellchemie eine hohe Zyklenfestigkeit und thermische Stabilität aufweist. Laut dem Fraunhofer ISE haben sich LFP-Zellen als Industriestandard für stationäre Speicher etabliert. In der technischen Ausführung handelt es sich meist um containerbasierte Systeme, die modular aufgebaut sind. Ein solcher Container beherbergt neben den Batteriemodulen auch die notwendige Leistungselektronik, Kühlsysteme und Brandschutzvorrichtungen.


Für private Investoren werden ein solches Großprojekt in kleinere, investierbare Einheiten gestückelt. Eine typische Investoren-Einheit beginnt bei einer Kapazität von etwa 400 Kilowattstunden (kWh). Da die Preise für Batteriespeicher in den letzten Monaten stark gefallen sind, Sind aktuell Investitionskosten von circa 500 € pro kWh üblich. Eine Einstiegseinheit von 400 kWh erfordert somit ein Investitionsvolumen von rund 200.000 Euro. Wer das maximale Potenzial des Investitionsabzugsbetrags (IAB) von 200.000 Euro ausschöpfen möchte, investiert typischerweise in zwei Einheiten für insgesamt 400.000 Euro.


Die rechtliche und steuerliche Strukturierung verläuft analog zu einem klassischen PV-Direktinvestment: Investoren erwerben das zivilrechtliche und wirtschaftliche Eigentum an seiner Speichereinheit. Der Betrieb erfolgt meist über eine neu gegründete Personengesellschaft (GbR oder Einzelunternehmen), um die steuerlichen Vorteile des IAB nach § 7g EStG mit dem privaten Einkommen verrechnen zu können.


Die einzelnen Einheiten agieren steuerrechtlich als eigenständige Wirtschaftsgüter, die Arbitragehandel und Regelenergie am Strommarkt bereitstellen können.


Ein wesentlicher Aspekt ist die Abgrenzung der Verantwortlichkeiten. Während Investoren das Eigentum an der Hardware erwerben, wird der technische und kaufmännische Betrieb durch einen spezialisierten Betriebsführer sichergestellt. Dieser übernimmt die Fernüberwachung, die Wartung sowie die Vermarktung der Speicherkapazitäten. Die folgende Tabelle verdeutlicht ein standardisiertes Investitionsbeispiel für einen Graustromspeicher:



Investoren sollten beachten, dass die technische Lebensdauer der Wechselrichter mit etwa 15 Jahren kalkuliert wird, während die Batteriemodule je nach Zyklenbelastung eine ähnliche oder längere Standzeit erreichen können. Der Fokus liegt hierbei auf einer langfristigen, steuerlich optimierten Cashflow-Generierung durch die Teilnahme an der Energiewende. Projekte, die im Grau-Strom-Speicherbereich über einen längeren Zeitraum als 15 Jahre gerechnet werden, sind in der Regel unseriös.

Mit Sunpeak Capital in Großspeicher investieren

Geschäftsführer von Sunpeak Capital. Links stehend Jan Niklas Steg, rechts sitzend Konstantin Küstermann

Sunpeak Capital identifiziert und strukturiert ausgewählte Batteriespeicher Investments, die für die Nutzung eines IABs in Frage kommen.


Erlösquellen von Großspeichern


Ein Standalone-Speicher (Graustromspeicher) ist nicht physisch an eine spezifische Photovoltaik- oder Windkraftanlage gekoppelt. Er bezieht seinen Strom direkt aus dem öffentlichen Netz und speist ihn zu einem späteren Zeitpunkt dorthin wieder ein. Um die Wirtschaftlichkeit dieser Anlagen zu maximieren, setzen professionelle Betriebsführer auf eine sogenannte Multi-Market-Strategie. Das bedeutet, dass der Speicher zeitgleich auf verschiedenen Märkten agiert und die Kapazitäten dort bereitstellt, wo die höchste Marge erzielt wird.


Die Steuerung erfolgt in der Praxis über hochspezialisierte Algorithmen und künstliche Intelligenz. Da sich die Preise an der Strombörse EPEX SPOT im Viertelstundentakt ändern, muss die Software in Echtzeit entscheiden, ob die Speicherkapazität für den Arbitragehandel reserviert oder dem Übertragungsnetzbetreiber als Regelleistung angeboten wird. In der Praxis zeigt sich, dass die Volatilität an den Strombörsen durch den fortschreitenden Ausbau volatiler Erzeuger wie Windkraft und Solar kontinuierlich zunimmt. Dies vergrößert die Preisdifferenzen (Spreads) beim Arbitragehandel, da die Unterschiede zwischen sonnenreichen Mittagsstunden und nachfragestarken Abendstunden steigen. Investoren profitieren hierbei von der physischen Fähigkeit des Speichers, Lastspitzen zu glätten und Energie zeitlich zu verschieben.


Die Märkte für Speichererlöse unterliegen einer ständigen Dynamik. Während in den vergangenen zwei Jahren der Markt für Primärregelenergie (FCR) sehr lukrativ war, beobachten wir aktuell eine Verschiebung hin zur Sekundärregelenergie (aFRR). Auch der reine Arbitragehandel hat durch zunehmende Speicherkapazitäten im Netz zeitweise leichte Margenrückgänge verzeichnet. Diese Schwankungen unterstreichen, wie wichtig eine softwaregestützte Multi-Market-Strategie ist, um Ertragsausfälle auf einem Einzelmarkt sofort zu kompensieren. Im Gegensatz zu einem Photovoltaik-Investment, das primär von der Sonneneinstrahlung abhängt, basiert der Erfolg eines BESS-Investments auf der intelligenten Bewirtschaftung der Marktschwankungen.



Ein entscheidender Faktor für die langfristige Stabilität der Erlöse ist der Vertrag mit dem Direktvermarkter. Dieser übernimmt die technische Anbindung an die Handelsplätze und behält dafür eine prozentuale Gebühr ein. Investoren sollten darauf achten, dass der Vermarkter über eine nachgewiesene Expertise im Bereich der algorithmischen Kurzfristoptimierung verfügt. Laut der Bundesnetzagentur wird der Bedarf an Systemdienstleistungen in den kommenden Jahren weiter steigen, was die fundamentale Geschäftsgrundlage für BESS-Investments festigt.



Rendite und Risiko im Überblick


Die finanzielle Attraktivität von Großspeichern ist hoch, geht jedoch mit einem entsprechenden Risikoprofil einher. Aktuelle Marktdaten zeigen, dass Graustromspeicher jährliche Erlöse zwischen 180.000 und 260.000 Euro pro Megawatt erwirtschaften können. Nach Abzug aller laufenden Kosten für Pacht, Versicherung sowie die technische und kaufmännische Betriebsführung kalkulieren wir in unseren Wirtschaftlichkeitsberechnungen mit einer konservativen Rendite von 10 bis 15 Prozent pro Jahr. In der Praxis beobachten wir, dass die Eigenkapitalrendite durch die gezielte Nutzung steuerlicher Instrumente wie dem Investitionsabzugsbetrag (IAB) und der Sonderabschreibung deutlich über den reinen Projekt-IRR steigen kann. Da Graustromspeicher als eigenständige Wirtschaftsgüter gelten, können Investoren bis zu 50 Prozent der geplanten Anschaffungskosten, maximal jedoch 200.000 Euro, bereits vor der eigentlichen Inbetriebnahme steuerlich geltend machen. Dies führt zu einer erheblichen Liquiditätsstärkung in der Anfangsphase des Investments.


Dem gegenüber stehen spezifische Risiken, die Investoren kennen müssen. Das größte Risiko stellt das Marktpreisrisiko dar. Da es keine staatlich garantierte Einspeisevergütung gibt, hängen die Erlöse vollständig von der Volatilität der Strompreise ab. Ein wesentlicher Faktor für die Stabilität der Erträge ist daher die Diversifikation der Erlösströme. Moderne Speicher setzen auf ein Multi-Use-Konzept, bei dem flexibel zwischen dem Arbitragehandel an der Strombörse und der Bereitstellung von Regelleistung (FCR und aFRR) gewechselt wird. Zudem gibt es Diskussionen über mögliche regulatorische Änderungen im Netzentgeltsystem. Solche regulatorischen Risiken lassen sich nie vollständig ausschließen. Es gilt jedoch in Deutschland der Grundsatz des Vertrauensschutzes für Bestandsanlagen. Investoren sollten darauf achten, dass die Projekte flexibel genug konzipiert sind, um auf neue Marktgegebenheiten reagieren zu können.


Ein weiteres zentrales Thema ist die technische Lebensdauer und Degradation. Ein Batteriespeicher hält je nach Zyklenbelastung etwa bis zu 15 Jahre. Dabei verliert die Batterie jährlich rund 2 Prozent ihrer Kapazität. Aus der Erfahrung empfehlen wir Investoren dringend, auf Verträge mit einer harten Performance-Garantie zu achten. Wenn der Betriebsführer die Anlage im Rahmen der Direktvermarktung steuert und dabei eine solche Garantie abgibt, sind Investoren vor den finanziellen Folgen einer übermäßigen Degradation geschützt. Ein professioneller Betriebsführer sorgt zudem durch ein aktives Thermomanagement dafür, dass die Zellalterung minimiert wird. Eine vertraglich fixierte Verfügbarkeit der Anlage von über 95 Prozent sollte in diesem Segment als Standard vorausgesetzt werden, um das kalkulierte Ertragspotenzial dauerhaft abzusichern.


Das größte strategische Fragezeichen für die Zukunft ist der sogenannte Kannibalisierungseffekt: Wenn in den nächsten Jahren massiv Speicherkapazitäten zugebaut werden, könnten sich die Preisspitzen am Strommarkt glätten, was die Arbitrage-Margen senken würde. Wer jetzt investiert, profitiert jedoch von einem zeitlichen Vorsprung in einem noch ungesättigten Markt. Da die Nachfrage nach Flexibilität im deutschen Stromnetz durch den Ausbau volatiler Erzeuger schneller wächst als der Zubau an Speicherkapazität, bleibt das Marktumfeld für Photovoltaik- und Speicher-Investments mittelfristig äußerst attraktiv.



BESS vs. PV als Kapitalanlage


Um die Einordnung eines BESS-Investments zu erleichtern, hilft der direkte Vergleich mit einem klassischen Photovoltaik-Direktinvestment. Während die Photovoltaik auf jahrzehntelanger Erfahrung und staatlichen Garantien aufbaut, ist der Markt für Standalone-Speicher jünger und dynamischer.



Die Entscheidung zwischen Photovoltaik und einem Batteriespeicher hängt primär von der individuellen Risikotoleranz und dem angestrebten Zeithorizont ab. Während die Photovoltaik durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einen gesetzlich fixierten Mindestpreis für jede eingespeiste Kilowattstunde garantiert, agiert ein BESS-Investment vollständig am freien Markt. In der Praxis zeigt sich, dass Investoren die Photovoltaik oft als soliden Basiswert nutzen, um eine stabile Grundrendite abzusichern. Ein Batteriespeicher hingegen dient als strategische Ergänzung, um durch die Volatilität der Strompreise zusätzliche Renditepotenziale zu erschließen.


Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Erlösstruktur. Bei einer PV-Anlage korreliert der Ertrag direkt mit der Sonneneinstrahlung. Ein Großspeicher hingegen profitiert von Preisdifferenzen an der Strombörse (Arbitrage) und der Bereitstellung von Regelleistung zur Netzstabilisierung. Da die Strompreise durch den Ausbau volatiler Energieträger zunehmend schwanken, steigen die Einsatzmöglichkeiten für Speicher kontinuierlich an. Investoren sollten jedoch beachten, dass die Erlöse bei BESS-Projekten stärker schwanken können als bei PV-Anlagen mit fester Einspeisevergütung.


Steuerlich bieten beide Anlageformen attraktive Gestaltungsmöglichkeiten für vermögende Anleger. Sowohl für PV-Direktinvestments als auch für eigenständige Großspeicher kann der Investitionsabzugsbetrag (IAB) gemäß § 7g EStG genutzt werden. Hierbei lassen sich bis zu 50 % der geplanten Anschaffungskosten, maximal jedoch 200.000 Euro pro Investment, steuerlich geltend machen. Dies ermöglicht es Investoren, ihre Steuerlast bei einem Spitzensteuersatz von bis zu 44,31 % signifikant zu reduzieren. Die lineare Abschreibung (AfA) unterscheidet sich jedoch: Bei PV-Direktinvestments erfolgt sie über 20 Jahre mit jährlich 5 %, bei Standalone-Batteriespeichern hingegen über 10 Jahre mit jährlich 10 %. Zusätzlich ist für Batteriespeicher eine degressive AfA von bis zu 30 % im ersten Jahr möglich.


Während die Photovoltaik eine technische Lebensdauer von über 30 Jahren aufweist, ist die Betriebsdauer eines Speichers aufgrund der Zyklenfestigkeit der Batteriezellen meist auf bis zu 15 Jahre ausgelegt. Dafür sind die Einstiegspreise für Speichertechnologien zuletzt deutlich gesunken, was die Wirtschaftlichkeit trotz der kürzeren Laufzeit verbessert. Empfohlen wird Investoren, die Portfoliostruktur genau zu prüfen und gegebenenfalls beide Assetklassen zu kombinieren, um von der Stabilität der PV und der Dynamik der Speicher zu profitieren.

Mit Sunpeak Capital in BESS und PV investieren

Geschäftsführer von Sunpeak Capital. Links stehend Jan Niklas Steg, rechts sitzend Konstantin Küstermann

Sunpeak Capital bietet exklusive off-market Investments, zu denen sonst nur institutionelle Anleger Zugang haben.


Für wen eignet sich ein BESS-Investment?


Ein Investment in einen Großspeicher (BESS) ist nicht für jeden Anlegertyp geeignet. Es richtet sich ausdrücklich nicht an Einsteiger, die mit einem volatilen Investment nicht ruhig schlafen können. Erst recht ist es ungeeignet für Investoren, die einen so großen Teil ihres Vermögens binden, dass temporäre Marktschwankungen oder Verluste sie in existenzielle Probleme bringen würden.


Die ideale Zielgruppe sind fortgeschrittene, renditeorientierte Investoren mit einer hohen jährlichen Steuerlast. Wer ein zu versteuerndes Einkommen im Bereich des Spitzensteuersatzes von 44,31 % (inklusive Solidaritätszuschlag) aufweist, profitiert massiv von den steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten dieser Anlageklasse. Wer bereits Erfahrung mit PV-Investments gesammelt hat, bringt einen entscheidenden Vorteil mit: Die steuerliche und rechtliche Struktur, wie die Gründung einer GbR und die Anwendung des Investitionsabzugsbetrags (IAB), ist identisch. Investoren müssen jedoch eine höhere Risikotoleranz mitbringen, da das Sicherheitsnetz der gesetzlich fixierten EEG-Vergütung bei reinen Speichersystemen fehlt.


Ein BESS-Investment agiert als eigenständiges Wirtschaftsgut am freien Strommarkt. Die Erlöse hängen unmittelbar von der Volatilität der Strompreise ab, wobei der Speicher durch Arbitragehandel und die Bereitstellung von Regelenergie Erträge erwirtschaftet. In der Praxis zeigt sich, dass dieses Modell besonders für Anleger attraktiv ist, die bereits über ein diversifiziertes Portfolio verfügen und eine renditestarke Ergänzung zu klassischen Immobilien oder Aktien suchen. Folgende Kriterien kennzeichnen den idealen BESS-Investor:


  • Steuerlicher Fokus: Investoren planen, durch den IAB bis zu 50 % der Anschaffungskosten (maximal 200.000 Euro pro Investment) steuerlich geltend zu machen, um die Liquidität für das Projekt teilweise aus Steuerstundungen zu generieren.

  • Marktverständnis: Es besteht ein grundlegendes Verständnis dafür, dass Erlöse am Spotmarkt schwanken können und im Gegensatz zur Photovoltaik kein fester Abnahmepreis über 20 Jahre garantiert ist.

  • Anlagehorizont: Investoren bevorzugen einen überschaubaren Zeitraum. Während Photovoltaik-Anlagen oft auf 30 Jahre kalkuliert werden, liegt der Fokus bei Batteriespeichern auf einer technischen Lebensdauer von bis zu 15 Jahren, wobei die lineare AfA über 10 Jahre mit 10 % pro Jahr erfolgt.


Aus unserer Erfahrung empfehlen wir Investoren, zunächst ein solides Fundament mit klassischen Photovoltaik-Investments aufzubauen. Im zweiten Schritt eignet sich ein BESS-Investment hervorragend zur Diversifikation innerhalb der erneuerbaren Energien. Da die Korrelation zwischen Sonnenstunden und der allgemeinen Marktvolatilität an der Strombörse nicht linear verläuft, stabilisieren sich beide Anlageklassen in einem gemischten Portfolio gegenseitig. Wer den Energiemarkt als dynamisches Umfeld versteht und die Volatilität gezielt als Chance begreift, findet hier aktuell eine der spannendsten Anlageklassen im Bereich der steueroptimierten Sachwerte.



Fazit: Hohe Renditechancen für erfahrene Investoren


Großspeicher (BESS) stellen eine wichtige Säule der Energiewende dar und bieten Investoren die Möglichkeit, direkt von der Volatilität der Strommärkte zu profitieren. Mit konservativ berechneten Renditen von 10 bis 15 Prozent übertreffen sie klassische PV-Investments deutlich. Diese Überrendite stellt die Prämie für das Marktrisiko dar, da die Erlöse aus Arbitrage, Regelenergie und Redispatch frei am Markt erzielt werden und nicht durch das EEG abgesichert sind. In der Praxis zeigt sich, dass die zunehmende Einspeisung fluktuierender erneuerbarer Energien die Preisunterschiede an der Börse vergrößert, was das Geschäftsmodell für Speicher langfristig stützt.


Ein zentraler Aspekt für Investoren ist die steuerliche Gestaltung. Bei einem Investitionsvolumen von 400.000 Euro kann ein Investitionsabzugsbetrag (IAB) von bis zu 200.000 Euro geltend gemacht werden, sofern die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Dies ermöglicht eine Steuerstundung bei einem Spitzensteuersatz von bis zu 44,31 Prozent. Nach der Anschaffung erfolgt die lineare Abschreibung (AfA) bei Batteriespeichern über 10 Jahre mit jährlich 10 Prozent; alternativ ist eine degressive AfA von bis zu 30 % im ersten Jahr möglich. Zusätzlich kann im Jahr der Anschaffung eine Sonderabschreibung von 40 Prozent des Restbuchwerts genutzt werden. Die folgende Tabelle verdeutlicht die steuerliche Hebelwirkung bei einem Standard-Investment:



Investoren sollten beachten, dass der wirtschaftliche Erfolg maßgeblich von der Strategie des Vermarkters abhängt. Während PV-Anlagen passive Erträge liefern, erfordern BESS-Systeme ein aktives Bewirtschaften der Kapazitäten. Der Betriebsführer übernimmt hierbei das technische Monitoring und die Instandhaltung. Empfohlen wird Investoren, auf Projekte mit erfahrenen Partnern zu setzen, um die technische Verfügbarkeit sicherzustellen. Obwohl die rechtliche Einordnung des IAB bei Speichern im Vergleich zu PV-Anlagen jünger ist, stützen aktuelle Einschätzungen von Experten die Anwendbarkeit bei eigenständigen Wirtschaftsgütern wie Graustromspeichern.


Für fortgeschrittene Investoren, die ihr Portfolio diversifizieren möchten, ist ein BESS-Investment ein strategisch sinnvoller Baustein. Die Kombination aus hohen Cashflows und signifikanten Steuervorteilen macht diese Anlageklasse attraktiv. Als Vermittler begleiten wir Investoren dabei, die passenden Projekte zu identifizieren und die Risiken professionell zu bewerten. Weitere Informationen zur steuerlichen Behandlung finden Interessierte in unserem Artikel über Photovoltaik als Geldanlage.


  • Marktanalyse: Wir identifizieren Projekte mit optimalen Standorten für Arbitrage und Regelenergie.

  • Strukturierung: Unterstützung bei der Auswahl von Projekten, die die Kriterien für den Investitionsabzugsbetrag erfüllen.

  • Netzwerk: Zugang zu erfahrenen Betriebsführern, die die technische Verfügbarkeit der Speicher gewährleisten.

  • Transparenz: Sachliche Aufbereitung aller Erlösströme und Risikofaktoren für eine fundierte Entscheidung.


Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Großspeicher eine renditestarke Ergänzung zu klassischen Erneuerbare-Energien-Investments darstellen. Durch die korrekte Einordnung als Graustromspeicher lassen sich steuerliche Instrumente wie der IAB gezielt nutzen, um die Liquidität im Jahr der Planung signifikant zu erhöhen. Investoren sollten jedoch die Marktdynamik genau beobachten und die technische Betriebsführung in professionelle Hände legen. 



FAQ


Lohnt sich ein Großspeicher als Kapitalanlage?

Ja, ein Großspeicher lohnt sich als Kapitalanlage, sofern Sie eine höhere Risikotoleranz mitbringt. Es sind Renditen von 10 bis 15 Prozent pro Jahr möglich. Investoren müssen jedoch beachten, dass es weniger historischen Track Record als bei Photovoltaik gibt und keine Vergütungs-Baseline durch einen EEG-Schutz existiert.

Wie hoch ist die Rendite bei BESS-Investments?

Die Rendite bei BESS-Investments liegt bei einer sehr konservativen Berechnung zwischen 10 und 15 Prozent pro Jahr. Graustromspeicher erzielen dabei aktuell Erlöse in einer Bandbreite von 180.000 bis 260.000 Euro pro Megawatt und Jahr, abhängig von der Marktdynamik.

Ist ein Batteriespeicher-Investment sicher?

Ein Direktinvestment in eine PV-Anlage ist erlösseitig deutlich planbarer als ein Batteriespeicher. Die Rendite beim Speicher ist dafür deutlich höher. Wichtig ist, dass die Entscheidung für ein BESS-Investment bewusst getroffen wird. Außer Frage steht, dass Batteriespeicher eine enorm wichtige Rolle für die Energiewende spielen und kein Weg an einem massiven Speicherausbau vorbeiführt.

Wie lange hält eine Großbatterie?

Eine Großbatterie hält in der Regel bis zu 15 Jahre, abhängig von der Zyklenbelastung im Betrieb. Dabei muss mit einer Degradation, also einem Kapazitätsverlust, von rund 2 Prozent pro Jahr gerechnet werden. Wichtig ist hier, immer auf eine Performancegarantie zu achten, sodass die volle Laufzeit vom Speicher abgedeckt ist.

Kann ich IAB für einen Batteriespeicher nutzen?

Grundsätzlich ja, der Investitionsabzugsbetrag (IAB) kann für Batteriespeicher genutzt werden, wenn alle steuerlichen Voraussetzungen erfüllt sind. In den nächsten Monaten wird es hierzu noch viel mehr Rechtssicherheit geben, da aktuell sehr viele IABs mit Batteriespeichern aufgelöst werden und man dadurch verlässliche Erfahrungswerte mit den Finanzämtern erzielt.

Ab welcher Summe kann ich in BESS investieren?

Die Einstiegshürde ist ähnlich wie bei Freiflächen-PV-Investments. Allerdings sehen wir hier auch regelmäßig Investments mit einer kleineren Einstiegssumme ab 150.000 bis 160.000 Euro. Dies stellt eine etwas attraktivere Ticketgröße dar als beispielsweise ein klassisches Photovoltaik-Investment.


Über den Autor


Portrait des Autors Jan Niklas Steg

Jan Niklas Steg ist Geschäftsführer von Sunpeak Capital in Berlin. Das Unternehmen strukturiert IAB-Investments für Privatpersonen im Bereich Photovoltaik und Batteriespeicher und begleitet deren Umsetzung ganzheitlich. Seine Expertise in den Erneuerbaren Energien baute er während seines MBA-Studiums an der WHU auf, unter anderem bei einem US-amerikanischen Investmentfonds für Renewable-Energy-Projekte. Anschließend verantwortete er als erster Mitarbeiter eines schwedischen PV-Finanzierers den Aufbau des deutschen Marktes. Bei Sunpeak Capital kümmert er sich um die strategische Ausrichtung des Unternehmens, die Strukturierung neuer Investmentprodukte sowie die Begleitung von Investoren bei der Auflösung ihres IABs.


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