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Strompreisannahmen 2026: Ein Leitfaden für Solar-Investoren

  • Autorenbild: Jan Niklas Steg
    Jan Niklas Steg
  • 10. März
  • 7 Min. Lesezeit

Wie Strompreise, Kannibalisierungseffekte und Speicher  die  Rendite Ihres Solar-Investments beeinflussen


Ein Batteriespeicher, der an eine Photovoltaikanlage angeschlossen ist.

Investitionen in große Solaranlagen erfordern 2026 ein tiefes Verständnis der Energiewirtschaft. Die Zeiten reiner Einspeisevergütungen sind vorbei. Heute müssen professionelle Investoren Projekte anhand volatiler Marktpreise und der Rolle von Speichern bewerten. Für Gutverdiener in Deutschland sind diese Marktdynamiken untrennbar mit Steuerstrategien wie dem Investitionsabzugsbetrag (IAB) verbunden. Durch die Abstimmung technischer Preisannahmen mit Ihrer steuerlichen Planung verwandeln Sie einen volatilen Markt in ein kalkulierbares Investment. Dieser Leitfaden beleuchtet die kritischen Faktoren für die nächsten zwei Jahrzehnte.


Im Jahr 2026 basieren Strompreisannahmen für Solar-Investments auf dem 'Marktwert Solar' statt auf dem Basispreis. Während der Kannibalisierungseffekt Erträge mindern kann, stabilisieren integrierte Batteriespeicher (BESS) und der Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach § 7g EStG die Rendite. Durch die 15-Minuten-Regel (seit der Verabschiedung des Solarspitzengesetzes in 2025) ist ein intelligentes Speichermanagement essenziell.


Inhaltsverzeichnis


Das Wichtigste zuerst:


  • Der Marktwert Solar ist entscheidender als der Basisstrompreis für die Rendite.

  • Batteriespeicher (BESS) sind essenziell, um Kannibalisierungseffekte und negative Preise zu umgehen.

  • Der IAB (§ 7g EStG) bietet einen Steuervorteil von bis zu 200.000 EUR pro Gesellschaft.

  • PPA-Verträge bieten Preisstabilität, Spotmarkt-Vermarktung ermöglicht Upside-Potenzial.

  • Ein Steuersatz von 44,31% macht Solar-Investments für deutsche Gutverdiener sehr attraktiv.



Den Marktwert von Solarstrom verstehen


Bei der Bewertung eines Solar-Investments ist der oft zitierte „durchschnittliche Strompreis“ nur bedingt aussagekräftig. Entscheidend ist der sogenannte Marktwert Solar.

Der Marktwert Solar beschreibt den tatsächlichen Preis, den eine Photovoltaikanlage für ihren Strom an der Börse erzielt und zwar genau in den Stunden, in denen sie produziert. Da Solaranlagen vor allem mittags bei viel Sonneneinstrahlung Strom liefern, trifft ihr Angebot zeitlich auf andere PV-Anlagen. Je mehr Photovoltaik-Leistung in diesen Stunden gleichzeitig einspeist, desto höher ist das Stromangebot – und nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage kann der erzielte Preis sinken. Deshalb kann der Marktwert Solar vom durchschnittlichen Strompreis abweichen. Für Investoren ist er jedoch die maßgebliche Kennzahl, wenn es um realistische Erlösannahmen geht.


Daten von Energy-Charts zeigen, dass sich der Marktwert Solar in der Praxis meist als prozentualer Anteil des sogenannten Grundlastpreises bewegt. Solarstrom wird also nicht zum durchschnittlichen Jahresstrompreis verkauft, sondern orientiert sich an den Preisen in den konkreten Einspeisestunden.


Für einen professionellen Investor ist es daher nicht realistisch, über 20 Jahre hinweg mit einem konstanten, „flachen“ Strompreis zu kalkulieren. Der Energiemarkt ist dynamisch und unterliegt strukturellen Veränderungen.


Seriöse Prognosen berücksichtigen stattdessen langfristige Markttreiber – insbesondere die zunehmende Elektrifizierung von Industrie, Wärmeversorgung und Mobilität. Dieser steigende Strombedarf kann das Preisniveau perspektivisch stützen und ist deshalb ein zentraler Faktor in fundierten Wirtschaftlichkeitsannahmen.



Kannibalisierungseffekt und Preisvolatilität


Unter dem „Kannibalisierungseffekt“ versteht man folgendes Marktphänomen: Wenn an sonnigen Tagen sehr viele Photovoltaikanlagen gleichzeitig Strom ins Netz einspeisen, steigt das Angebot in genau diesen Stunden stark an. Da Strom an der Börse nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage gehandelt wird, führt dieses hohe Angebot häufig zu sinkenden Spotmarktpreisen, genau in dem Moment, in dem Solaranlagen am meisten produzieren.


Mit anderen Worten: Solarstrom „konkurriert“ zeitgleich mit anderem Solarstrom um denselben Markt. Dadurch kann der erzielte Preis pro Kilowattstunde niedriger ausfallen als der durchschnittliche Strompreis.


Marktdaten für 2026 deuten jedoch darauf hin, dass der Netzausbau und die Abschaltung konventioneller Kraftwerke ein Gegengewicht bilden. Zwar können die Mittagspreise sinken, doch die Nachfrage nach erneuerbaren Energien bleibt hoch.



Batteriespeicher (BESS) als Ertragsstabilisator


Die Integration eines Batteriespeichersystems (BESS) ist strategisch notwendig. Wir vermitteln Projekte, die auf 'Grünstromspeicher' (Colocation) setzen. Diese Systeme speichern überschüssige Energie während der Spitzenzeiten – wenn Preise niedrig oder negativ sind – und speisen sie ein, wenn sich der Marktwert erholt.


Es ist wichtig, diesen Ansatz von 'Graustromspeichern' (Standalone) zu unterscheiden. Die von uns vermittelten Colocation-Systeme speichern ausschließlich den Strom der angeschlossenen PV-Anlage. Dies stellt sicher, dass das Investment für spezifische steuerliche Vorteile (IAB) qualifiziert bleibt. Ein BESS kann den durchschnittlich erzielten Preis pro Kilowattstunde deutlich verbessern und das Risiko der Preiskannibalisierung mindern. Beachten Sie, dass bei IAB-konformen Modellen in der Regel kein Arbitragehandel oder Regelenergiebetrieb stattfindet.


IAB-Investments mit ausführlicher Beratung

Geschäftsführer von Sunpeak Capital. Links stehend Jan Niklas Steg, rechts sitzend Konstantin Küstermann

In einem gemeinsamen Beratungsgespräch schauen wir uns gemeinsam verschiedene Entwicklungsszenarien für Strompreise an und beraten Sie ausführlich zu den wesentlichen Einflussfaktoren.


Steueroptimierung: Die Kraft von IAB und § 7g EStG


Für unsere Zielgruppe der Besserverdiener ist die technische Leistung des Solarparks nur die halbe Miete. Die andere Hälfte ist der steuerliche Effekt. Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) gemäß § 7g EStG ermöglicht es Ihnen, bis zu 50% der geplanten Investitionskosten bis zu drei Jahre vor der tatsächlichen Anschaffung von Ihrem zu versteuernden Einkommen abzuziehen.


Das gesetzliche Maximum für den IAB liegt bei 200.000 Euro pro Gesellschaft (z.B. GbR) oder Einzelunternehmen. Ein Investor kann durch die Gründung mehrerer Gesellschaften diesen Betrag mehrfach nutzen. Im Jahr der Anschaffung kann zusätzlich eine Sonderabschreibung von 40% auf den verbleibenden Buchwert geltend gemacht werden. Zusammen mit der degressiven AfA führt dies zu einer massiven Vorverlagerung von Ausgaben, was Ihre Steuerlast beim Spitzensteuersatz von 44,31% (inkl. Solidaritätszuschlag) signifikant senkt.



Strompreis-Szenarien: PPA vs. Spotmarkt


Bei der Vermarktung des erzeugten Stroms stehen Ihnen als Investor grundsätzlich zwei Wege offen: die klassische Direktvermarktung am Spotmarkt oder langfristige Power Purchase Agreements (PPAs). Beide Modelle haben unterschiedliche Auswirkungen auf Ihre Strompreisannahmen und damit auf die Renditeprognose.


Am Spotmarkt erzielen Sie die tagesaktuellen Preise, profitieren von Hochpreisphasen, tragen aber auch das Risiko negativer Preise (15-Minuten-Regel). Ein PPA hingegen fixiert einen Preis über mehrere Jahre und bietet Planungssicherheit. Aktuelle Marktdaten zeigen, dass Unternehmen bereit sind, für grünen Strom mit Herkunftsnachweis einen Aufpreis zu zahlen. Die Wahl zwischen diesen Modellen hängt von Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Bedarf an Cashflow-Stabilität ab. In den vermittelten Projekten werden oft hybride Ansätze genutzt: Ein Teil der Produktion wird über PPAs abgesichert, der Rest am Spotmarkt vermarktet.



Investment-Szenario: 400.000 EUR PV + BESS


Um die Auswirkungen von Preisannahmen und Steuervorteilen zu verdeutlichen, betrachten wir ein konkretes Szenario. Sie investieren in ein Solarprojekt mit integriertem Batteriespeicher für insgesamt 400.000 Euro.


  • Investment: 400.000 EUR

  • IAB (50%): 200.000 EUR (Maximum pro GbR)

  • Verbleibende Basis: 200.000 EUR

  • Sonderabschreibung (40%): 80.000 EUR

  • Gesamtabzug Jahr 1: 280.000 EUR


Bei einem Steuersatz von 44,31% resultiert daraus eine Steuerersparnis von ca. 124.068 Euro im ersten Jahr. Diese sofortige Liquidität verbessert den Break-Even-Point des Projekts erheblich. Selbst bei konservativen Strompreisannahmen schafft die Kombination aus Steuerersparnis und optimierten Markterlösen durch BESS ein robustes Fundament.

Die Rolle der Direktvermarktung und EEG


Im Jahr 2026 operieren die meisten großen Solaranlagen im Modell der Direktvermarktung. Während das EEG eine Marktprämie als Untergrenze bietet, ist das Ziel, Strom zu Preisen oberhalb dieses Niveaus zu verkaufen. Unsere Partner kalkulieren mit dem Risiko, dass während Zeiten negativer Preise die Marktprämie entfällt. Hier greift die '15-Minuten-Regel' (seit dem Solarspitzengesetz 2025): Wenn Spotmarktpreise für 15 Minuten oder länger negativ sind, entfällt die Vergütung. Genau deshalb ist der Speicher vital – er ermöglicht es dem Betriebsführer, die Einspeisung zu stoppen und stattdessen den Speicher zu laden.


Daten der Bundesnetzagentur zeigen, dass die Volatilität zunimmt, was BESS nutzen kann. Langfristig gehen wir von einer Stabilisierung der Preise aus, da die Nachfrage nach grünem Wasserstoff und industriellen Wärmepumpen wächst.



Häufige Fehler bei Preisprognosen


Viele Investoren machen den Fehler, zu optimistische oder vereinfachte Preisannahmen zu nutzen. Ein häufiger Fehler ist das Ignorieren des 'Profilfaktors'. Wenn der durchschnittliche Marktpreis 8 Cent/kWh beträgt, erzielt Solar aufgrund der Erzeugungszeiten vielleicht nur 6 Cent/kWh. Ein weiterer Fehler ist die Überschätzung der Erlöse aus Batteriespeichern durch die Annahme von Netzdienstleistungen (wie Regelenergie), die oft nicht mit dem steueroptimierten 'Grünstrom'-Status für IAB-Investitionen kompatibel sind.


Wir raten dazu, konservative Modelle zu nutzen. Der Marktwert von Solar wird weiter unter Druck stehen, aber dieser Druck wird durch die technische Flexibilität der vermittelten Anlagen und die signifikanten Steuervorteile kompensiert.


IAB-Investments von Sunpeak Capital

Geschäftsführer von Sunpeak Capital. Links stehend Jan Niklas Steg, rechts sitzend Konstantin Küstermann

Unsere vermarkteten Investments basieren alle auf zukunftsfähigen Strompreisgutachten für eine realistische Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.



Langfristiger Ausblick: 2030 und darüber hinaus


Mit Blick auf 2030 und 2040 müssen Strompreisannahmen die Transformation der europäischen Energielandschaft berücksichtigen. Da CO2-Preise (ETS) steigen, erhöhen sich die Kosten fossiler Erzeugung, was den Marktpreisen eine höhere Obergrenze setzt.


Für den langfristigen Investor ist 'Zukunftssicherheit' entscheidend. Ein moderner Solarpark (ob klassisch oder Trecker-Agri-PV) mit BESS ist ein flexibles Asset. Er kann sich an Marktbedingungen anpassen, negative Preisfenster meiden und saubere Energie liefern, die Unternehmen zunehmend über Power Purchase Agreements (PPAs) sichern wollen. Langfristige Modelle gehen zudem von einem moderaten Anstieg des Wertes von Herkunftsnachweisen aus.



Fazit: Strategie vor Spekulation


Der Blick auf das Jahr 2026 verdeutlicht, dass erfolgreiche Solar-Investments heute weit mehr erfordern als nur das Vertrauen auf garantierte Einspeisevergütungen. Für Sie als Investor ist entscheidend, dass die Renditeberechnung nicht auf pauschalen Basispreisen fußt, sondern den realistischen 'Marktwert Solar' und potenzielle Kannibalisierungseffekte berücksichtigt. Wie aufgezeigt, sind Projekte mit integrierten Batteriespeichersystemen (BESS) hierbei klar im Vorteil: Sie verwandeln die Volatilität des Strommarktes von einem Risiko in eine Chance, indem sie Erzeugungsspitzen glätten und Energie zeitversetzt zu besseren Preisen verfügbar machen.


Kombiniert mit der richtigen Anlagentechnik – ob klassische PV oder effiziente Trecker-Agri-PV – und vor allem der steuerlichen Hebelwirkung durch den Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach § 7g EStG, entsteht ein robustes Investment-Case. Die technische Absicherung durch Speicher und die fiskalische Optimierung greifen hier Hand in Hand, um Ihr Vermögen langfristig zu stärken. Da Sunpeak Capital als spezialisierter Vermittler genau solche zukunftsfähigen Projekte identifiziert, die technische Marktdynamik und steuerliche Strategie vereinen, lohnt sich ein detaillierter Blick auf die aktuellen Verfügbarkeiten. Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, welche Projektkonstellation optimal zu Ihrer steuerlichen Situation passt.



FAQ


Was ist der Kannibalisierungseffekt bei Solarenergie?

Er bezeichnet den Rückgang der Strompreise durch ein hohes Angebot an Solarstrom an sonnigen Tagen, was die Erlöse für alle Erzeuger gleichzeitig mindert.

Warum vermittelt Sunpeak Capital Agri-PV mit Trackern?

Sunpeak Capital vermittelt sowohl klassische Freiflächenanlagen als auch Agri-PV mit Trackern. Letztere bieten eine effiziente landwirtschaftliche Weiternutzung und ermöglichen Investitionen auf Flächen mit spezieller Eignung.

Welchen Steuersatz sollte ich für meine ROI-Berechnung nutzen?

Für Besserverdiener in Deutschland ist der Spitzensteuersatz von 42% zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag, also insgesamt 44,31%, relevant.

Garantiert das EEG meine Rendite auch 2026?

Das EEG bietet eine Marktprämie, die jedoch bei negativen Preisen (15-Minuten-Regel seit Solarspitzengesetz 2025) entfällt. Speicher sind daher vital für die Ertragssicherung.

Wie lange läuft ein typisches Solar-Investment?

Die vermittelten Projekte sind meist auf 20 bis 25 Jahre ausgelegt, passend zur technischen Lebensdauer der Komponenten (Wechselrichter/Speicher ca. 15 Jahre) und Pachtverträgen.


Über den Autor


Portrait des Autors Jan Niklas Steg

Jan Niklas Steg ist Geschäftsführer von Sunpeak Capital in Berlin. Das Unternehmen strukturiert IAB-Investments für Privatpersonen im Bereich Photovoltaik und Batteriespeicher und begleitet deren Umsetzung ganzheitlich. Seine Expertise in den Erneuerbaren Energien baute er während seines MBA-Studiums an der WHU auf, unter anderem bei einem US-amerikanischen Investmentfonds für Renewable-Energy-Projekte. Anschließend verantwortete er als erster Mitarbeiter eines schwedischen PV-Finanzierers den Aufbau des deutschen Marktes. Bei Sunpeak Capital kümmert er sich um die strategische Ausrichtung des Unternehmens, die Strukturierung neuer Investmentprodukte sowie die Begleitung von Investoren bei der Auflösung ihres IABs.



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